Haus­rat­ver­si­che­rung

Hausratversicherung – im Haushalt kann so manches passieren. Die Folgen der geborstenen Wasserleitung, Einbruch oder gar Feuer sind oft ein „Schlag ins Kontor“. Wozu in diesem Fall die Ersparnisse zum Kauf neuen Hausrats einsetzen? Schützen Sie sich mit einer sehr guten Haus­rat­ver­si­che­rung zu günstigen Beiträgen. FINANZTEST prüfte in der Ausgabe 10/2016 Haus­rat­ver­si­che­rungen. 108 Tarife von 52 Versicherern wurden in 2 Tarifzonen unter die Lupe genommen. Aufgeführt wurden nur Haus­rat­ver­si­che­rungen ohne Selbstbeteiligung im Grundschutz.

Günstig in allen Modellorten war zum Beispiel Ammerländer. Ebenfalls günstig sind auch BavariaDirekt, GVV Privat und Docura. Die meisten Versicherer bieten Basispakete und Pakete mit erweiterten Leistungen an. Wir empfehlen stets die Tarife mit erweiterten Leistungen, weil sie im Schadenfall mehr Freude machen.

Anbieter Vergleich

Was leistet die Haus­rat­ver­si­che­rung?

Mit einer Haus­rat­ver­si­che­rung schützen Sie Ihre gesamte Habe gegen Einbruchdiebstahl, Raub, Brand, Vandalismus, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden.

Auch ungewöhnliche Risiken wie etwa Schäden durch Fahrzeuganprall oder Flugzeugabsturz werden vom Versicherer ersetzt. Je nach Tarif erhält der Versicherte Ersatz, sogar bei Gefriergutschäden nach Stromausfall, bei Schlüsselverlust oder bei Schäden nach inneren Unruhen.

Die Hausratversicherung ersetzt im Regelfall den Wiederbeschaffungswert des zerstörten oder gestohlenen Hausrats. Bei beschädigten Sachen werden die erforderlichen Reparaturkosten ersetzt, maximal der Wiederbeschaffungspreis.

Neben den eigentlichen Sachschäden werden bis zu einer Höchstgrenze auch Hotelkosten ersetzt, wenn die Wohnung nach einem Versicherungsfall unbewohnbar geworden ist. Das gleiche gilt auch für Rückreise oder Umzugskosten nach einem besonders schweren Versicherungsfall.

Ist eine Haus­rat­ver­si­che­rung sinnvoll?

Eine Haus­rat­ver­si­che­rung schützt Ihr Hab und Gut z.B. gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion/Implosion, Einbruchdiebstahl, Sturm und Hagel oder Leitungswasser zum Neuwert. Leistungserweiterungen für Elementarschäden, die durch Erdbeben, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen, Vulkanausbruch oder Rückstau entstehen, können ebenso wie Gebäude- oder Mobiliarglas und Fahrräder in den Versicherungsschutz eingebunden werden. Hausrat sind all die Dinge die Ihrem täglichen Ge- oder Verbrauch unterliegen. Dazu gehören Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, Kleidung und Lebensmittel aber auch Sport- und Freizeitgeräte, Ihr Rasenmäher sowie Antennenanlagen und Markisen.

Egal wo Ihr Hab und Gut verstaut ist, ob in der Wohnung (mit Balkon), in der Garage oder in Nebengebäuden. Die Hausratversicherung leistet bei Beschädigung oder Verlust durch eines der oben genannten Risiken bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. Diese Versicherungssumme können Sie entweder exakt, anhand von Kaufbelegen selbst ermitteln oder Sie akzeptieren ein gängiges Angebot der Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit „Unterversicherungsverzicht“ wonach die Quadratmeter Ihrer Wohnung mit einem Pauschalwert z.B. 700 Euro multipliziert werden. Eingetretene Schäden werden dann bis zur Versicherungssumme anstandslos beglichen. Rechnen Sie also nach, welche Variante für die Ermittlung der Versicherungssumme für sie besser ist.

Worauf Sie sonst noch achten sollten

Der Versicherer sollte auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit (z.B. lassen Sie Kerzen unbeaufsichtigt brennen oder ein Fenster im Erdgeschoss trotz Abwesenheit geöffnet) verzichten. Geräte die durch eine Netzüberspannung beschädigt werden können z.B. Computer, Unterhaltungselektronik usw., sollten ausreichend mitversichert sein.

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Brauche ich eine Haus­rat­ver­si­che­rung?

Auf eine Haus­rat­ver­si­che­rung sollten Sie nicht verzichten, wenn der Wert Ihres Hausrats so hoch ist, dass die Zerstörung etwa durch einen – gar nicht so seltenen – Wohnungsbrand, durch Einbruch oder auch durch Vandalismus oder Naturereignisse einen empfindlichen finanziellen Schaden für Sie bedeuten kann.

Das ist häufig der Fall, wenn Sie über die Jahre den Wert Ihrer Wohnungseinrichtung gesteigert haben, etwa durch die Anschaffung exklusiver Möbel oder einer hochwertigen Küche. Auch der Wert der Unterhaltungselektonik kann beträchtliche Summen erreichen.

Hausratversicherung – wichtig auch für junge Leute

Die Haus­rat­ver­si­che­rung kann schon für junge Leute wichtig sein: der Hausratschutz über die Eltern fällt mit dem Auszug in die erste eigene Wohnung weg, jetzt muss man selbst für den richtigen Versicherungsschutz sorgen. Schon eine kleine Unachtsamkeit – etwa eine umgefallene Kerze – kann zum Totalschaden führen. Das ist besonders belastend, wenn man sein Bankkonto für das neue Wohnzimmer, die Designer-Einbauküche oder die schicken Schlafzimmermöbel bis zum letzten Cent geplündert hatte.

Spätestens die Neuanschaffung der Verluste nach einem Schaden zeigt, wie wichtig eine gute Haus­rat­ver­si­che­rung bereits für junge Menschen ist.

Vermeiden Sie Unterversicherung

Eingeschränkte Leistungen

Die Versicherungssumme in der Haus­rat­ver­si­che­rung sollte dem Betrag entsprechen, der im Ernstfall für die Neuanschaffung des Hausrats aufgewendet werden müsste. Trotzdem setzen viele Verbraucher die Versicherungssumme zu niedrig an.

Das kann im Ernstfall verhängnisvoll sein: stellt sich im Schadenfall heraus, dass man unterversichert ist, kann der Versicherer die Entschädigung kürzen. Dann wird etwa bei einem Einbruch oder Brand nur ein Teil des Schadens ersetzt.

Beträgt etwa die Versicherungssumme 40.000 Euro bei einem Gesamtwert des Hausrats von inzwischen 60.000 Euro, ist man mit 33 Prozent unterversichert. Kommt es dann beispielsweise beim Wohnungsbrand zu einem Schaden von 12.000 Euro, ersetzt die Haus­rat­ver­si­che­rung nur zwei Drittel, also 8.000 Euro.

Tipp: Prüfen Sie regelmäßig, ob Hausratwert und Versicherungssumme noch übereinstimmen – und passen Sie die Police rechtzeitig an.

Viele Anbieter verzichten auf das Recht, die Entschädigung bei Unterversicherung zu kürzen, wenn man den Hausrat mit einer festen Summe von ca. 600 – 700 Euro pro Quadratmeter absichert. Das lohnt sich bei teuer eingerichteten Wohnungen. Wer- etwa in der ersten eigenen Wohnung – noch wenig Wertvolles besitzt, kann dagegen sparen, wenn er den Wert seines Hausrates wie bei einer Inventur berechnet – einfach alle Wertgegenstände auflisten und die Wiederbeschaffungswerte addieren.

Aber: die Versicherungssumme rechtzeitig erhöhen, wenn der Hausrat durch wertvolle Neuanschaffungen ergänzt wird. Manche Unternehmen bieten Spezialtarife für junge Leute an, die ihre erste Wohnung ver­sichern. Es lohnt sich, immer wieder die Preise zu ver­gleichen: einige Gesellschaften werben mit niedrigen Tarifen, um neue Kunden zu gewinnen. Durch Wechsel zu einem günstigen Anbieter können Verbraucher deshalb kräftig sparen.

Was kostet die Haus­rat­ver­si­che­rung?

Eine gute Haus­rat­ver­si­che­rung ist günstiger zu haben, als Sie denken. Eine Versicherungssumme von 50.000 Euro bekommen Sie im Standardschutz schon für einen Beitrag von deutlich unter 100 Euro jährlich.

Wichtig: Vor Abschluss einer Haus­rat­ver­si­che­rung sollten Sie eine Liste aller Wertgegenstände in Ihrem Haushalt mit dem geschätzten Wert anfertigen. Auch Kaufquittungen sollten Sie aufbewahren, von Antiquitäten können Sie Fotos machen.

Diese Liste hilft Ihnen dann, den Wert Ihres Hausrats abzuschätzen und so die richtige Versicherungssumme festzulegen. Im Schadenfall können Sie anhand dieser Liste dann den Schaden prüfen. Fachleute empfehlen „über den Daumen“ eine Versicherungssumme von ca. 650 Euro pro Quadratmeter.

Was muss ich bei der Haus­rat­ver­si­che­rung beachten?

Bestimmte Risiken sind in der Standard Hausratversicherung nur eingeschränkt versichert. Je nach Versicherer und Tarif können das z.B. Fahrraddiebstahl oder Sturmschäden sein.

Fahrräder besonders sichern

Fahrräder sind am Versicherungsort zwar gegen alle Grundgefahren versichert – wird ein Rad außerhalb des Versicherungsortes entwendet, leisten die Versicherer in der Regel nur, wenn das Rad ausreichend gesichert war, z.B. durch ein Sicherheitsschloss. Wird das Fahrrad zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens gestohlen, leistet der Versicherer, wenn sich das Rad zum Zeitpunkt des Diebstahls in Wohnung, Keller oder Garage befand (mittlerweile verzichten einige Versicherer in der Hausratversicherung auf diese sogenannte Nachtklausel).

Ausnahme: der Besitzer war zu dieser Zeit mit dem Rad noch unterwegs. Die Versicherungssumme für Fahrräder ist häufig eingeschränkt, der Versicherungsnehmer muss im Schadenfall oft eine Selbstbeteiligung übernehmen. In manchen Fällen verlangen die Versicherer für den Einschluss von Fahrrädern einen Mehrbeitrag.

Sturmschäden ab Windstärke 8

Und für Sturmschäden gilt: Die Hausratversicherung tritt nur für solche Sturmschäden ein, die bei Windstärke 8 oder mehr entstanden sind. Zu diesem Zweck führen die Versicherer ein Sturmregister, das regelmäßig mit aktuellen Wetterdaten gefüttert wird.

Wenn der Hausrat auf Reisen geht

Immer wieder kommt es vor, dass Hausrat vorübergehend oder für längere Zeit außerhalb der versicherten Wohnung aufbewahrt wird. Aber keine Sorge: in aller Regel ist Hausrat mitversichert, der sich während Reisen oder wegen Ausbildung, Wehr- oder Zivildienst oder wegen beruflichen Aufenthaltes des Versicherungsnehmers vorübergehend außerhalb der versicherten Wohnung befindet.

Neben der Versicherungsdauer kann bei Außenlagerung von Hausrat allerdings die Versicherungssumme eingeschränkt sein. Während eines Umzugs sind grundsätzlich die alte und die neue Wohnung gleichzeitig versichert- vorausgesetzt, man wechselt den Wohnort innerhalb Deutschlands. Mit dem endgültigen Wohnungswechsel, spätestens jedoch zwei Monate nach Umzugsbeginn, ist dann nur noch die neue Bleibe versichert.

Wichtig: Durch den Wohnungswechsel ändert sich oft auch der Wert des Hausrats: wer eine größere Wohnung bezieht, schafft oft mehr Einrichtung an, so dass der Gesamtwert die alte Versicherungssumme übersteigt. Deshalb nach einem Umzug unbedingt prüfen, ob die Versicherungssumme noch dem aktuellen Wert des Hausrats entspricht. Wenn nicht, die Police umgehend anpassen!

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